Melina* kam im Jahr 2020 das erste Mal in die Kinder und Jugend Arche Karlsruhe. Damals war sie elf Jahre alt. Heute ist sie 16 – und selbst ehrenamtlich bei uns aktiv. Ihre Geschichte zeigt, wie viel in ein paar Jahren passieren kann.
Ein warmer Start
Zur Arche gefunden hat sie durch eine Freundin, die selbst regelmäßig kam. An ihren ersten Tag erinnert sich Melina* ganz genau: Es war Sommer, warm und aufregend. Sie wurde herzlich begrüßt – alle kannten ihren Namen und sprachen ihn richtig aus. Zum Mittagessen gab es Kartoffelsuppe mit Brötchen, sie lernte die anderen Kinder kennen und knüpfte schnell neue Freundschaften.
In den ersten Wochen war die Gruppe viel draußen unterwegs oder im Aktivraum aktiv. Besonders gerne aber hielt sich Melina* im Kreativraum auf. Sie liebt es zu zeichnen – dort konnte sie ihrer Fantasie freien Lauf lassen.
Wachsen und lernen
Melina* erzählt offen, dass sie früher oft Schwierigkeiten hatte, ihre Gefühle zu kontrollieren. Sie wurde schnell wütend und hat andere manchmal beleidigt. Doch im Laufe der Zeit – vor allem durch viele Gespräche mit Petra, unserer Einrichtungsleitung – lernte sie, sich selbst besser zu verstehen. Heute gelingt es ihr, gelassener zu bleiben und ihr Verhalten zu reflektieren.
Auch das Thema Vertrauen spielte eine große Rolle. In ihrer Vergangenheit hatte Melina* negative Erfahrungen mit Mobbing gemacht. In der Arche hat sie Schritt für Schritt gelernt, wieder Vertrauen aufzubauen – und ehrlich mit anderen umzugehen.

Freundschaften, Musik und schöne Erinnerungen
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr die Freundschaft zu ihrer besten Freundin – bei ihr konnte sie einfach so sein, wie sie ist. Sich angenommen und geborgen fühlen: das war für Melina* in der Arche möglich.
Ein weiteres Highlight: die musikalischen Nachmittage mit Sarah, unserer dualen Studentin. Sarah brachte den Kindern spielerisch Notenlesen und erste Akkorde bei. Melina* hatte so viel Freude daran, dass sie zuhause weiter übte – heute besitzt sie ihr erstes eigenes Keyboard.
Und wer schon länger zur Arche kommt, erinnert sich sicher auch an das alte Klettergerüst im Garten mit dem „Baumhaus“. Dort trafen sich die älteren Kinder – fast schon Jugendliche – zum Quasseln, Lachen und einfach Zusammensein. Und natürlich gibt es da noch ein kulinarisches Highlight, das immer geht: Nudeln mit Tomatensoße – Melina*s absoluter Favorit beim Mittagessen.

Heute Teil des Teams
Heute ist Melina* kein Arche-Kind mehr, sondern Teil unseres Teams. Als Ehrenamtliche unterstützt sie vor allem bei den Hausaufgaben und den Workshops. Sie erzählt, dass sie als Kind kaum etwas von anderen annehmen wollte – jetzt versteht sie, wie wichtig es ist, Grenzen zu kennen und auch selbst welche zu setzen. Die Kinder nehmen sie ernst, hören auf sie – sie ist Vorbild geworden.
Zeit für sich – im Jugendprojekt BASE
Trotz aller Verantwortung bleibt auch Zeit zum Auftanken. Im Jugendprojekt „BASE“, das sich an Jugendliche ab der 7. Klasse richtet, ist Melina* Teilnehmerin. Hier gestalten die Teens ihren Abend selbst: Sie besprechen, was es zu essen geben soll, kochen gemeinsam, spielen Tischtennis oder an der PlayStation – oder führen einfach gute Gespräche. Für die Zukunft wünscht sich Melina* auch besondere Aktionen wie Schlittschuhlaufen oder einen Ausflug in die Trampolinhalle.

Ein Ziel vor Augen
In der Arche hat Melina* viel über sich gelernt. Zum Beispiel, dass sie gerne hilft, gut zuhören kann und ein gutes Gespür für andere Menschen hat – ob jemand gerade Ruhe braucht oder eine klare Ansage. Diese Stärke möchte sie weitergeben. Ihr Wunsch: Rettungssanitäterin werden. Wir drücken ihr alle Daumen für diesen Weg und wünschen ihr viele kleine und große Erfolge – und Menschen, die sie unterstützen und an sie glauben.
* Name geändert
Melinas Geschichte zeigt eindrücklich, dass aus Kindern mit herausfordernden Startbedingungen Jugendliche werden können, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und an ihren Zielen arbeiten.
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